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Dienstag, 13. August 2019

Urlaub in Spanien - Teil I

Dieses Jahr waren wir echt unschlüssig, wo wir unseren Urlaub verbringen wollten. Und dann fiel die Entscheidung wieder einmal auf Spanien.

Der Norden sollte es aber sein. Am besten etwas abgelegen und ruhig...

Über die Schweiz mit einem ersten Rast in Mörsburg beim Grundhof ging es los (saukalt war es da, wir verlegten das Picknick in den Bus. Und die Burg war zu, öffnet immer erst um 14 Uhr!).

In Bellagarde-sur-Valserine nach 486 Kilometer wollten wir in aller Ruhe Kaffee trinken und dann noch einen kleinen Spaziergang am Fluss Valserine machen (soll total idyllisch sein).
Da holt uns die französische Realität wieder ein: kein Mensch spricht Englisch (von Spanisch oder Deutsch ganz zu schweigen), also versucht man es im holprigen Schulfranzösisch.

Selten erlebe ich auf Reisen eine Nation, die so wenig auf Fremde eingeht, wie die Franzosen (nicht alle über einen Kamm geschert, nur die gemeint, die ich bisher traf...). Selbst in Asien, wo ich sprachlich ja völlig blank bin, ist eine Verständigung problemlos möglich, einfach deswegen, weil beide Gesprächspartner sich bemühen.

So gestaltet sich das einfache Bestellen von Getränken und Kuchen zu einem mittlerem Disaster.
Genervt geht es weiter - ohne Wanderung!

Nach weiteren gut 300 Kilometern steuern wir unseren Nachtplatz an: Die Kapelle Saint Just
(Breitengrad: 45.697357 | Längengrad: 3.585947). Einen schöneren ersten Nachtplatz kann man sich kaum vorstellen!


Die Kläranlage entdecken wir erst am nächsten Tag bei unserem Morgenspaziergang. Eigentlich waren wir auf der Suche nach der Teufelsbrücke:


Und jetzt gibt's nur noch eins: Ab nach Espanya! Es sind ja nur noch schlappe 700 Kilometer und schon landet man in Hondarribia direkt an der französisch-spanischen Grenze (Breitengrad : 43.3464 | Längengrad : -1.8299). Wir parken am Friedhof (mit supersauberer Toilette) und laufen in die Altstadt. Wir witzeln noch: Wären wir jetzt in Barcelona, würde eine Rolltreppe in den Ort führen...:


Es ist ein wunderschöner Ort und durchaus für einen ausgeprägteren Besuch geeignet. Diese Stadt werde ich noch einmal besuchen. Irgendwann.

Ein schönes Sträßchen (GI-3440) führt von Hondarribia am Berg Jaizkibel vorbei nach San Sebastian. Dort oben möchten wir unsere Nacht verbringen (Breitengrad: 43.353389 | Längengrad: -1.841639). Ich kann nur eins sagen: Geheimtipps? Gibt's nicht! Immer mehr wird uns bewusst, dass Reisen mit dem Bus oder Camper im Trend liegt.


Eine geruhsame Nacht hatten wir trotzdem. Der Regen klopft aufs Dach und der Wind rüttelt wütend am Bus. Dank unserer neuen Regenhaube, die wir in der Zwischenzeit schon total routiniert über unser Dach stülpen können, ist alles trocken (schon die zweite Nacht mit Regen, geht das mit rechten Dingen zu?). Ob es bei noch stärkerem Wind immer noch genauso gekonnt aussieht, wage ich zu bezweifeln...

Mittwoch, 3. Juli 2019

Sonnenschutz - Probeversuche und die Seite iplusm Berlin

Ich war auf der Suche nach einem Sonnenschutz, der mineralische Filter verwendet und bio ist (waren alle selbst gekauft, nur so am Rande).


Am liebsten mochte ich bis jetzt Biosolis Sonnenspray mit einem Lichtschutzfaktor von 50, geeignet für Gesicht und Körper, wasserfest. Es lässt sich super verteilen, weißelt gar nicht, riecht unauffällig. Es enthält keine Nanopartikel und kein Zinkoxid - perfekt.
Der Preis - der ist gewöhnungsbedürftig mit etwa 20 Euro für 100 ml. Dann erschrak ich: Aluminium Hydroxid! Ist das das gleiche, das in den Deos war? Das mit dem Brustkrebs? Also schnell nachrecherchiert und festgestellt, dass in den Deos Aluminiumsalze waren (wen es interessiert, auf wasmachtheli steht ein netter Artikel dazu). Alles wieder gut. Puh! Also, wer den Preis nicht scheut, hat hiermit vielleicht den perfekten Sonnenschutz.

Exkurs: Ist es nicht wunderbar zu sehen, dass der Verbraucher etwas bewirken kann? Sobald diese Deos mit Aluminiumsalzen nicht mehr gekauft wurden, ist ein Großteil davon vom Markt verschwunden oder ersetzt worden. Ich erinnere mich noch - das ist erst 2 oder 3 Jahre her - dass ich vor dem Deoregal stand und jede einzelne Falsche nach dem Aluminium im Zutatenverzeichnis durchsuchen musste. Heute steht es gleich groß vorne drauf: Ohne Aluminiumsalze!

Es wird weiter ausprobiert: Weleda Edelweiss Sonnenmilch mit Lichtschutzfaktor 30. Auch hier findet man mineralische Filter ohne Nano-Partikel, extra wasserfest - und Titanium Dioxide (es befindet sich an dritter Stelle des Zutatenverzeichnisses). Da es ein nano-freies Produkt ist, sind die Titanium-Dioxid-Teile relativ groß und daraus folgt: Verstreichen lässt sich die Sonnenmilch kaum, sie weißelt sehr stark. Diese Creme nehme ich total ungern her, man sieht Stunden später noch aus wie ein Gespenst. Ob diese Tube jemals ausgeleert wird, ist fraglich. Preislich gesehen liegt die Creme bei etwa 14 Euro für 150 ml.

Nun die dritte im Bunde: i+m Sonnenmilch mit Lichtschutzfaktor 30 ohne Nano-Partikel. Sie ist wasserfest, mit mineralischem Filter, weißelt nur ganz minimal. Sie riecht angenehm und ist laut Packungsaufschrift korallenfreundlich (also unschädlich für Gewässer und Riffe). Der Preis beträgt etwa 13 Euro für 100 ml.


Richtig begeistert war ich von der Verpackung, als die Bestellung (sehr schnell) ankam: Der Karton ist wohl aus heimischen Gräsern hergestellt, auf Prozesschemikalien wird verzichtet, Wasser wird eingespart und dann wird das Ganze noch klimaneutral versendet.
Mir gefällt die ganze Philosophie des Geschäfts, das in Berlin ansässig ist (i+m).

Wie man auf dem Bild sehen kann, wurden ein paar Pröbchen mitgeschickt, zusätzlich bestellte ich noch eine Körperlotion für unterwegs und eine Deo-Creme.

Die Körperlotion ist dufttechnisch nicht ganz meins, aber unauffällig. Das Deo finde ich klasse. Es ist cremiger als die bis jetzt von mir ausprobierten (Ponyhütchen, Wolkenseifen oder Ben und Anna) und vom Duft her stark ingwerlastig, was mir gefällt.

Alle drei Pröbchen fand ich sehr angenehm. Das pink-farbene Peeling hinterließ einen feinen Duft auf der Haut, die sich glatt anfühlte. Die Gesichtssonnencreme erschien mir etwas dicker als die andere Sonnencreme und ließ sich nicht so leicht verteilen, man lief aber nicht als Gespenst durchs Leben. Und die Augencreme hinterließ keinen fettigen Film und ich schwöre - ich sah drei Jahre jünger aus :)

Ein kurzer, prüfender Blick auf der Seite Codecheck zeigt, alle Produkte, die im Päckchen waren, sind unbedenklich.

Insgesamt: DAUMEN HOCH.

Mittwoch, 29. August 2018

Sommerglitzern im spanischen Meer - Urlaubsgedanken Teil 3

Tag 10 unserer Reise - und mein Geburstag.
Ein weiterer schöner Tag bricht an. Heute Nacht durfte ich mein Geschenk schon öffnen - niegelnagelneue faltbare rote Wanderstöcke. Endlich - beim letzten Mädelswandern musste ich mir bergauf schon welche ausleihen...

Und ein wunderbares Buch, das in einem Satz verschlungen wurde.

Und ein gut gelauntes Kind.
Na ja, okay, das war Wunschdenken. Aber als wir nach dem Frühstück zum Strand gehen und unsere Tochter das Meer sieht, ist es tatsächlich so.
Später treffen alle möglichen Leute ein und wir genießen tatsächlich nur das Nichtstun. Mittags gehen wir zum Essen im Restaurant beim Pool des Campingplatzes (sehr zu empfehlen), die Kinder plantschen im Wasser und gegen Spätnachmittag treffen wir uns mit viiielen anderen Leuten und Kindern zum Geburtstagsspaziergang.

Wir starten an der Eremita Santa Quiteria und wandern am Fluss Mijares entlang bis zum Freibad Ermitorio Virgen de Gracia. Die Kinder sind begeistert (vor allem deswegen, weil so viele Kinder dabei sind) und der Sprung ins Freibad am Schluss ist das i-Tüpfelchen.

Und wie sollte es anders sein? Der Abend wird mit einem Picknick im Dunkeln am Spielplatz beendet.

Wir fahren wieder einmal zu unserem Übernachtungsplatz in den Desiertos de las Palmas. Schön war's. ein toller Tag!


Schön langsam müssen wir an die Heimfahrt denken. Einen Tag verbringen wir noch am Strand Moros im Park Cala dels Pins Escalada in der Nähe des schönen Stellplatzes in Perelló. An diesem Abend wird unsere Ruhe am Nachtplatz von einigen feierwütigen Mädchen gestört, deren Gesänge sich eher nach Wolfsgeheul anhören. Irgendwann so um 11 oder 12 Uhr nachts verziehen sie sich. Wir uns auch.

Das Frühstück - das letzte am Strand - wird gebührend genossen, der Sonnenaufgang am leicht bewölkten Himmel bewundert. Und dann geht es los: Die spanischen Pyrenäen rufen.

Der nächste Halt ist der Campingplatz in Ribera de Cardós. Eine traumhafte Strecke durch wunderbare Berglandschaft, gezeichnet von einem künstlich angelegtem Stausee.
Mensch, ist das kalt in den Bergen. Wir legen uns im Bus alle drei unten hin und haben sogar die Standheizung an! Morgens hängt der Frühnebel über den Wiesen, die Sonne sieht man hier erst gegen halb 10.
Campingplatz Ribera de Cardós
 
+ sehr guter Café
+ geheizter Pool
+ schöne Stellplätze auf Wiesen unter Bäumen
+ 2 Spielplätze und kleine Kinderspielhäuser sowie Kinderfuhrpark
+ Preis (Nachsaison ab 28. August): etwa 23 Euro ohne Strom
+ W-Lan eine Stunde am Tag frei
- am A... der Welt
- wenige Möglichkeiten Essen zu gehen
- zum Ende des Sommers: recht schattig
Nach dem Frühstück tigern wir weiter. Viiiele Stunden Fahrt liegen vor uns. Wir schaffen es bis Bern an den Wohlensee, durch den die Aale fließt. Hier bleiben wir am Parkplatz unter der Wohleibrügg stehen. Saukalt ist es wieder. Das ist die Eingewöhnung an das Herbstwetter zu Hause...


Bei richtig schönem Wetter hat auch ein Kiosk geöffnet, den man total urig angelegt hat. Frühstück gibt's im Café Domicil Hausmatte, sehr nett und freundlich.

Jetzt aber nichts wie Heim. Es ist Sonntag. Und 3590 Kilometer später.

Montag, 27. August 2018

Sommerglitzern im spanischen Meer - Urlaubsgedanken Teil 2

Wandern ist ja schön und gut, jetzt brauchen wir aber Abkühlung. Es geht runter nach El Grao (nach einem enttäuschenden Besuch im Restaurant Desierto de las Palmas mit unfreundlichem, langsamen Personal).

Die Kiffer sitzen immer noch da. Das stört uns wenig, so fällt man als deutscher Tourist mit Schattenzelt kaum mehr auf.
Am Abend geht die Fahrt weiter nach Vall d'Uixó zum Abendessen bei Freunden und um einen Stier zu sehen. Den verpassen wir jedoch, unsere Tochter ist so müde, dass sie beim Schultersitzen einschläft. Am Parkplatz der Grotten von San José wird genächtigt. Der Vorteil: hier gibt es überall Wasserspender, um sich rudimentär zu säubern und auch die Zähne in Ruhe zu putzen.


Es ist Sonntag. Zusammen mit den Kindern besuchen wir die Grotte von San José und lassen uns vorher in der Cafeteria Palasi den Milchcafé, noch einen Cortado und frisch gepressten Orangensaft mit Waffeln schmecken.
Der Eintritt für die Grotte kostet 10 Euro für Erwachsene, für Kinder 5, für Menschen unter einem Meter nichts. Es ist gut organisiert und interessant, der Bötchenfahrer gibt nette Informationen auf Spanisch (die er mit Sicherheit schon 3000 Mal gegeben hat), einen Audioguide könnte man sich dazu ausleihen. Ein großes Plus: Die Temperatur ist - wie immer in solchen Grotten - relativ gemäßigt (etwa 22 Grad) und daher eine schöne, abkühlende Unternehmung.
Ja, und dann?
Dann wird gesessen. Stundenlang. Beim Mittagessen im oben genannten Restaurant. In Spanien kann man nämlich - wie in Frankreich auch - mittags ein Menü essen. Immer drei Gänge, oft schon mit Getränk und das Ganze kostet dann so um die 12 Euro. Da kann keiner meckern.

Schließlich raffen wir uns doch noch auf, als es gegen Spätnachmittag ein bisschen kühler wird (statt 38 Grad nur noch 35). Die etwa 8 Kilometer lange Wanderung zur Font de Garrut bescherte zwar nicht das den Kindern versprochene Badevergnügen, aber eine wunderschöne Wanderung und den Kindern laaaange Geschichten, um die 8 Kilometer erträglich zu machen...

Beim Wasserspender am Parkplatz wird gewaschen - diese Mal tatsächlich mit Seife und einem Kanister zum "Obschwoam".

Danach: Ein Picknick - was sonst. Wieder einmal stehen strategisch günstig Picknickbänke am Parkplatz und heute gibt es (neben wunderbaren Boccadillos, Salami, Bier, Oliven ...) Pfannkuchen, zubereitet mit dem tragbaren Gaskocher unserer Freunde. Hach, ein schöner Abend.

Die Nacht heute ist durchwachsen. Keiner schläft richtig, es ist heiß, alle sind unruhig. Wir schieben es einfach auf den Vollmond...


Wir brechen auf. Natürlich erst nach dem Frühstück im bereits erwähnten Café. Nächses Ziel: Morella.
Hier findet nämlich ein Fest statt, das es nur alle 6 Jahre gibt, daher der Name Sexenni. Es werden unglaubliche Kunstwerke aus Papier gefertigt und die Straßenzüge damit geschmückt. Man kommt aus dem Staunen nicht heraus. Die ganze Stadt ist an sich schon sehenswert, Mittelalter pur, Geschichte schlägt einem ins Gesicht.
Wir bekommen nur noch die letzten Ausläufer des Festes mit, eigentlich ist es nämlich schon wieder fast vorbei, aber wie die Spanier halt so sind, wenn da mal eine Feier ins Rollen kommt, ist die nicht mehr zu stoppen.
Daher kommen wir noch in den Genuss los Gigantes de Morella zu sehen (riesenhafte Figuren, die man dann auch noch im Rathaus bewundern kann) und auch den tradizionellen Danza Torneros (die Menschenmenge rastet schier aus, wenn die jungen Burschen von einem Bein auf das andere springen). Die Burg hat es mir angetan, ich nötige die anderen dazu, etwas für ihre Bildung zu tun und die Burg zu besichtigen. Bei größter Nachmittagshitze - versteht sich.

Schließlich suchen wir das Freibad in Morella auf, wir sind fast alleine, das Wasser ist wunderbar erfrischend (die Kinder gaben sogar an, noch NIE in so einem kalten Freibad gewesen zu sein). Der Stellplatz vorm Freibad ist perfekt unter Pinien gelegen, abends werden wieder Pfannkuchen gebacken (so ein Kocher ist super - das wird unserer nächste Investition) und belegtes Brot in spanischer Manier gegessen. Ein weiterer perfekter Tag neigt sich mit schönem Abendrot dem nun wieder windigen Ende.


Ich wache um 7 Uhr auf. Und kann nicht mehr einschlafen. Wirklich blöd. Also suche ich mir die Kamera und mache mich auf den Weg, Fotos zu schießen. Ich bin ganz alleine unterwegs und erforsche alte, verfallene Häuser in der Wildnis und sehe mir Morella noch einmal im Erwachen an. Die Stimmung ist einzigartig.
Um halb 10 werden die anderen alle schön langsam wach. Wir frühstücken in Morella, packen zusammen und brechen nach Benicassim auf. Ein Zwischenstopp im Decathlon beschert uns den tragbaren Gaskocher.

Ab jetzt sind wir wieder kurz alleine unterwegs. Wir steuern den Campingplatz Bonterra an, der zu dieser Jahreszeit unglaublich teuer ist! Nun gut, für eine Nacht geht das schon.
Auch hier gibt es ein Freibad, das wir nach dem Einparken und Bus fertig machen aufsuchen. Ein entspannter Nachmittag beginnt. Und was darf nicht fehlen? Natürlich: Ein oder zwei Cortados im angrenzenden Café.
Campingplatz Bonterra Benicassim

+ Swimmingpool mit Aufsicht
+ guter Café und sehr gutes Essen
+ schöne Stellplätze mit Büschen abgetrennt und zum Teil mit Schatten spendenden Bäumen
+ zu Fuß nicht weit zum Strand
+ Supermarkt gleich gegenüber
+ saubere Toiletten/Duschen
+ sehr nettes Personal
- in der Hauptsaison recht teuer: 45 Euro ohne Strom
- mitten in der Stadt
- kein direkter Zugang vom Café zum Kinderbecken
Gegenüber ist gleich der Mercadona mit frischem Fisch und Muscheln. Wir besorgen ein Netz Muscheln und Langusten. Heute Abend gibt es Nudeln mit Meerestiersoße. Gekocht über dem neuen Gaskocher. Es schmeckt herrlich. Sagt sogar unsere Tochter. Und das zweite Highlight heute? Ist die Dusche.

Montag, 20. August 2018

Sommerglitzern im spanischen Meer - Urlaubsgedanken Teil 1

Die erste Nacht, in der man an einem fremden Ort irgendwo - gefühlt im Niergendwo aufgrund der Dunkelheit - ankommt, ist gespenstisch. Alles wirkt in einer finsteren Nacht bedrohlich, jedes Geräusch fremd.

So ging es uns, als wir in Partout am Lac du Bourget übernachteten. Den See sahen wir natürlich nicht, am Morgen umkreisten uns jedoch einige Baufahrzeuge und für die Motorradfahrer scheint die Straße ein beliebter Ausflugsort zu sein. So richtig einladend fürs Frühstück war der Stellplatz nicht, daher fuhren wir ein Stück am endlich auftauchenden (übrigens wunderschön gelegenen) See entlang und schraubten uns an der Straße D914 den Berg hinauf. Hier fanden wir schon nach kurzer Zeit unseren idyllischen Frühstücksplatz mit Picknickbank (45°47'05.2"N 5°49'22.5"E).


Und weiter geht es nach Avignon und Nîmes. In Remoulins (43°56'11.4"N 4°33'33.8"E) parken wir, gehen im Fluss baden, lassen uns von Stechmücken zusammen fressen und kochen Nudeln mit Tomatensoße.
Los geht die Fahrt und schon landen wir in: SPANIEN! Und zwar am Platja de Garbet, an dem wir auch unser Nachtlager aufschlagen.
Schlappe 1100 Kilometer sind wir bis jetzt gefahren.
Am Morgen treffen wir mit unseren Freunden zusammen, die vor uns gen Spanien aufbrachen. Ein gemeinsames Früchstück lässt auch bei uns gemächliche Urlaubsstimmung aufkommen - unsere Tochter ist das erste Mal nicht mehr gelangweilt mit den unspaßigen Eltern - es sind Kinder da! Der schöne, heiße Tag wird mit Schwimmen, Stand-Up-Paddling und Ratschen am steinigen Strand verbracht.


Aufbruch vom Strand: Auf dem Weg an der spanischen Küste entlang halten wir per Zufall am Aqüeducte de les Ferreres oder auch Pont del diable in Tarragona.
("Mama, ich muss aufs Klo." "Du hast doch eine Windel an." "Aber ich mag nicht!" "Mach in die Windel!" "Aber ich mag das nicht." "Okay, wir halten an.")
Dort hätte ich mich gerne noch ein bisschen länger aufgehalten, ein bisschen gewandert und die Gegend erkundet...


Wir wollten jedoch nicht zu spät weiterfahren, denn diese Nacht sollte im Campingplatz Nautic in L'Ametlla übernachtet werden. Wir kommen gerade noch rechtzeitig an: Um 21 Uhr schließt der Campingplatz die Tore. Im Dunkeln schlagen wir - jetzt schon fast routiniert - das Nachtlager auf einem wunderbaren Stellplatz auf. Leider hat das Restaurant des Campingplatzes am Abend zu. Wir gehen trotz des quengeligen Kindes noch in die Stadt zum Tapas essen (großes Drama: Unsere Tochter reißt sich den Fußnagel auf, blutet natürlich ganz großartig, zum Glück haben wir Kügelchen und Pflaster dabei - aber der Abend ist mehr oder weniger gelaufen...).
Campingplatz Nautic in L'Ametlla

+ z.T. wunderschöne Stellplätze oberhalb des Meeres
+ sehr guter Café am Pool (und wohl auch gutes Essen, die Plätze waren alle Mittags vorreserviert...)
+ vom Café aus direkter Zugang zum Kinderbecken
+ schöner Pool mit Überwachung
+ direkter Zugang zur Bucht
+ sehr nettes, entgegenkommendes Personal
+ nah zur Stadt
- Nassbereich nur zeitweise sauber
Der nächste Tag ist total entspannend. Es gibt auf dem Campingplatz einen Pool, den wir aufsuchen. Und während unsere Tochter fröhlich im Schwimmbad plantscht, gehen wir abwechselnd ins traumhafte erfrischende Meer. Der Campingplatz liegt direkt an einer kleinen Bucht und man geht erst einige Meter ins Wasser, bevor der sandige Boden sich absenkt.
Wir genießen mehrere Cortados im angrenzenden Café, wo wir alles im Blick halten können und überzeugen unsere Tochter dann davon, dass das Meer AUCH ganz hervorragend zum Baden geeignet ist. Das haben wir nun davon - wir bekommen sie nicht mehr aus dem Wasser!


In L'Ampolla treffen wir uns wieder mit unseren Freunden, gehen Pizza (!) essen und übernachten auf einem einsamen Parkplatz am Platja Perello. Auf den Picknickbänken am Meer lassen wir den Abend mit einem guten Glas Wein ausklingen.
Wild weht der Wind in der Nacht, wir werden oben im Bus hin- und hergeworfen. Aber dennoch starten meine beste Freundin und ich am Morgen zu einer Wanderung am Meer entlang und genießen einen klaren Sonnenaufgang - und danach das Frühstück am Meer!
Nach noch so einem geruhsamen Tag am Meer - tagsüber ist es hier weit weniger einsam als nachts -, brechen wir dann irgendwann die Zelte ab und fahren nach Castellon zum Strand El Grao.
Was ist denn hier los? Lauter bekiffte Rastaleute machen Party, jeder mit seiner eigenen Musik, von allen Seiten wird man beschallt, beraucht, bespaßt.
Mit großartigem Pichnick am Strand (wir waren noch einkaufen im Mercadona) geht der Tag - auch noch mit Tanz am Strand bei Liveband - zu Ende.
Wir machen uns die Mühe und fahren 15 Minuten zu den Desiertos de las Palmas - einer kleinen Hügelkette hinter Benicassim, die es mir schon immer angetan hat. Hier parken wir unterhalb der Ermitorio de la Magdalena und erschrecken uns an den bizarr geformten Bäumen, die wie sitzende Tiere und Menschen über unseren Schlaf wachen.


Tag 5 unseres Urlaubs bricht an. Es wird wieder ein heißer Tag werden, wir nehmen uns fest vor, früh aufzubrechen, um der Hitze beim geplanten Wandern ein bisschen aus zu kommen.
Klappt natürlich nicht, zuerst muss nämlich gefrühstückt werden. Das machen wir am Infozentrum des Parks. Da sitzt vormittags immer eine höfliche Person mit besseren Englischkenntnissen als meinem Spanisch, der bereitwillig und gekonnt Auskunft gibt. Die Toiletten sind sauber und vor dem Gebäude oberhalb der Parkplätze findet man Picknickbänke. Wunderbar, das Frühstück ist geritzt.


Bis 14 Uhr muss das Auto nur wieder weg gefahren werden, dann wird nämlich das Tor zum Infozentrum geschlossen. Wir fahren noch ein paar hundert Meter die Straße bergan und parken fast beim Beginn des Wanderwegs zum Castell de Montornès. Ein traumhafter Blick über Meer und Küste ist die Belohnung für die schweißtreibende Angelegenheit. Prädikat: Sehr empfehlenswert!

Sonntag, 29. Juli 2018

Ferienerstwochenendwandern

Immer das erste Wochenende der Sommerferien wird dem Wandern gewidmet. Drei Mädels treffen sich - nun schon seit mehereren Jahren - und durchforsten für zwei oder drei Tage die bayrischen Berge.

Dieses Jahr ging es nach Füssen. Im Luitparkhotel residierten wir in der Suite Allgäu - welch ein Zufall. Nach echt gutem Frühstück tigerten wir los. Die erste Tour war die Achselkopfschleife mit wunderbaren Ausblicken und zum Glück mal bewölktem Himmel.


Die Schallerkappelle bietet einen wahnsinnig schönen Blick über die Königsschlösser und die Berge.



So kann man alles hinter sich und die Natur das Zepter übernehmen lassen.

Am nächsten Tag gingen wir es ein bisschen gemächlicher an. Die Wanderung war eigentlich über den Zirmgrad zur Burgruine Falkenstein gedacht. Der Tag war jedoch so schwül, dass wir die Burgruine einfach rechts liegen ließen und in der Salober Alm bei feinem Kaiserschmarrn einkehrten.


Dabei hat man vom Vier-Seen-Blick einen tollen Rastpunkt und unten am Weißensee kann man sich den Wandererschmutz genüsslich vom Körper spülen lassen...

Mittwoch, 19. Juli 2017

Dienstag, 20. Juni 2017

Sonne satt in Portugal V

Die letzten Tage unseres Urlaubs standen an. Leider und zum Glück. Leider, weil es wirklich ein sehr schönes Land ist, zum Glück, da es einfach unsagbar heiß war...


Nach dem Packen ging es ja wieder zurück nach Olhao. Vorher sahen wir uns aber noch Algar Seco an. Über den schönen Steg oberhalb der Klippen kann man von Carvoeiro bis dorthin ohne große Mühe laufen, wir fuhren mit dem Auto, das schon beladen war.


A Boneca heißt die kleine Höhle, durch die man einen schönen Blick aufs Meer genießen kann. Ansonsten laden die zauberhaften Felsformationen zum Wandern und Staunen ein.

Am letzten Tag unseres Urlaubs besuchten wir noch einmal einen Strand - und zwar unseren Zweitlieblingsstrand Odeceixe. Nicht, ohne vorher einen Abstecher zum Museu da Batata Doce in Rogil zu machen. Das ist ein wunderbares Café mit hervorragendem Kaffee und tollem Gebäck. Die meisten der süßen Teilchen sind gefüllt mit oder hergestellt aus Süßkartoffeln und sie schmecken zum Reinlegen gut! Irgendwann mittags wird der frische Fisch und eine Liste gebracht und dann kann man sich die Gerichte mit gegrilltem Fisch aussuchen. Das haben wir leider nicht probiert (wir mussten schließlich erst einmal frühstücken...).


Und dann war er schon wieder zu Ende - unser schöner Urlaub. Gerne würde ich noch einmal hierher kommen (bei etwas gemäßigteren Temperaturen) um die wunderschönen Wanderungen an den Küsten entlang zu machen, zum Beispiel den Rota Vicentina, den Ecovia und die anderen zahllosen, auch namenlosen Wege.

Auf unserer Reise haben uns diese Seiten sehr geholfen, vor allem auch, um geeignete Strände und Sehenswürdigkeiten zu finden:

  • https://www.algarve-pur.de/
  • http://www.algarve-tourist.com/algarve-portugal-de.html.

Montag, 19. Juni 2017

Sonne satt in Portugal IV

Silves stand heute auf unserem Kulturplan. Wir hatten die Rechnung ohne das Wetter gemacht. In der (durchaus reizvollen Stadt) regte sich kaum ein Windhauch und unser Navi zeigte schon über 40°C an. Wir schlenderten kurz durch den Ort, genossen ein kühlendes Getränk und ab ging es an den Strand.
Dieses Mal zum Praia de Odeceixe. Noch einer dieser schönen Strände mit einem Flusszulauf.


Wir waren heute erst spät am Strand durch unseren Stadtbummel. Das hat aber auch Vorteile: Das lästige Tragen von Sonnenschirm oder Sonnensegel fällt weg, es sind auch weniger Leute am Strand, der Sand ist nicht mehr so glühend heiß, dass man sich ohne Schuhe die Fußsohlen verbrennt.
Also: Alles richtig gemacht.


Und da es so schön war, blieben wir zum Sonnenuntergang auch noch. Der Kiosk Agapito direkt oberhalb des Strandes ist für solche Unternehmungen bestens gerüstet: Wein, gute Kleinigkeiten zum Essen, frisch gepresste Säfte (leider am Abend schon alles Obst weggetrunken) werden angeboten.

Mit einem guten Glas Weißwein bewaffnet genossen wir die wunderbare Stimmung:


Im Restaurante Blue Sky genossen wir unser Abendessen. Es war gut, der Service sehr nett. Im Nachhinein habe ich die doch schlechten Kritiken zum Lokal gelesen. Gut, dass wir das vorher nicht wussten, sonst wäre uns ein schöner Abend durch die Lappen gegangen.

Sonntag, 18. Juni 2017

Sonne satt in Portugal III

Noch einer dieser wunderbaren Strände ist der Praia da Amoreira (Fluss, warmes Wasser, keine Wellen = optimal mit Kind).


Und was wäre ein Urlaub am Meer ohne die wunderbaren Sonnenuntergänge? Dieser war in Alvor, beim Abendessen. Welch ein Luxus.


Wir haben Alvor nur besucht, weil wir dem Trubel im Carvoeiro entgehen wollten. Dort war an dem Abend das Black-and-White-Fest und wir hatten keine Lust uns mit Hunderten anderen Menschen durch die Straßen zu drücken.


Zurück in Carvoeiro genossen wir ein Gläschen Wein, ein paar Nüsse und das Feuerwerk. Unser Balkon eignete sich hervorragend dazu, das Geschehen am Strand zu beobachten... Ein paar neidische Blicke wanderten zu uns und unserem Logenplatz (oder dem Glas Wein, da waren wir uns nicht so ganz sicher...).

Samstag, 17. Juni 2017

Sonne satt in Portugal II

Wir besuchten in einem kurzen Abstecher die Stadt Lagos. Sie ist sehr touristisch, bietet aber dadurch auch alles, was man sich im Urlaub wünscht: Gutes, nicht zu teures Essen, Läden zum Bummeln, schöne Plätze zum Kaffeetrinken, Musikanten...

Was uns besonders gut gefiel, waren die vielen Lokale (zum Beispiel am Parkhaus in der


Unsere Tochter ist ja nicht so der Fan von Wellen - egal ob groß oder klein. Daher suchten wir Strände auf, an denen ein Fluss ins Meer fließt. So auch hier, am Praia da Bordeira:


Die Landschaft ist traumhaft, wir sind erst einmal gut eine Stunde spazieren gegangen, um die Natur und die wunderbaren Farben einzusaugen. Hier oben hatte es nur knapp unter 30° C, während es in den Städten schon knapp an die 40° C hatte. Etwa zeitgleich erfuhren wir von den verheerenden Bränden in Portugal - über Kurznachrichten von zu Hause.


Der Strand ist endlos lang und das Auge sowie Gemüt können sich hier so richtig entspannen. WUNDERSCHÖN.



Donnerstag, 15. Juni 2017

Sonne satt in Portugal I

Im Vorfeld habe ich mir ja schon ziemlich Sorgen gemacht, ob das mit dem Urlaub und unserer Tochter dieses Jahr klappen wird:
  • Fahrt nach München (etwa zwei Stunden)
  • Abwickeln des Park-and-Fly (mindestens eine halbe Stunde plus 10 Minuten Fahrt)
  • Warten/Anstehen am Flughafen (mindestens eine Stunde)
  • Flug nach Faro (etwa 3 Stunden)
  • Gepäck holen, Angestellten des Mietautounternehmens finden, Hinfahrt zum Mietauto (mindestens eine Stunde)
  • Unterlagen erklären lassen, unterschreiben, Auto checken (mindestens 30 Minuten)
  • Fahrt zur Unterkunft (mindestens 30 Minuten)
Ich sah uns ja schon dem Nervenzusammenbruch nahe in Tränen aufgelöst an der Unterkunft ankommen. Tatsächlich dauerte es 9 Stunden, bis wir unsere Haustür hinter uns schlossen und die in Olhao öffneten.
Wir waren also eigentlich gut im Zeitplan - die halbe Stunde mehr müssen wir uns selbst zuschreiben - wir verfuhren uns auf dem Weg zur Unterkunft.

Unsere Tochter war klasse: Alles war neu, spannend, meckern musste man nur zeitweise, schreien musste man gar nicht! Welch ein Unterschied zum Urlaub im letzten Jahr, den wir aus Verzweiflung früher abbrachen...


Der erste Urlaubstag führte uns natürlich ans Meer. Der Atlantik war so warm, dass selbst der größte Skeptiker ins Wasser ging. Christoph von unserer Unterkunft Casa dos Ventos empfahl den Strand Manta Rota als kinderfreundlich, weil flach ins Wasser führend.
So war es auch und so wurde fröhlich geplantsch, obwohl man sich mit den aus Kinderblick "hohen" Wellen nicht so recht anfreunden wollte. Mehr als sitzen im seichten, von den Wellen auslaufenden Wasser war nicht drin...


Am nächsten Tag erfreute ein zweiter Strandbesuch und unsere Tochter, müde vom Spielen und der Sonne, schlief friedlich auf der Fahrt nach Carvoeiro.
Unsere Unterkunft war das O Castelo Guest House fast direkt im Ort mit traumhaftem Blick aufs Meer.
Der Ort selbst ist sehr touristisch und hat doch einen netten Charme mit dem kleinen Hausstrand und auch dem schönen Promenadenweg oberhalb des Meeres. Hier findet man auch an heißen Tagen eine angenehme Brise und die Natur lässt sich bequem bewundern.


Am Ponta da Piedade kann man wunderschöne Fotos schießen und die atemberaubende Aussicht genießen. Leider werden viele Tagesausflüge hierher gemacht und die Leute auf den Booten machen zum Teile einen Heidenlärm. In Ruhe hier die Zeit verbringen ist eher Fehlanzeige, denn auch über Land ist der Ort ein beliebtes Ziel. Trotzdem: Schön ist es!

Samstag, 27. Mai 2017

Heimatsonne

Ein Kurzbesuch in Niederbayern hat uns wunderbare Erholung beschert! Es war traumhaftes Wetter und unsere Tochter saß von morgens bis abends in der Wäschewanne: Rein, raus, Wasser reinleeren, ausleeren, Blumen gießen, Wasser trinken, nass spritzen...

Und wir: Völlig entspannt im Stuhl, auf der Liege, beim Kaffeetrinken, Mittagessen, nichts tun. Super!


Mittwoch, 17. Mai 2017

Sommer im Schrank - kleines Tutorial

Es waren von der Dirndlnähaktion noch einige Stoffe übrig, und da meine Vorräte ja auch aufgebraucht werden müssen, wurden neue Schnitte ausprobiert.

Als ich mit dem Nähen anfing, nähte ich nur mit Jersey, nun bin ich immer wieder auf der Suche nach Schnitten für nichtdehnbare Stoffe.

De erste Schnitt, den ich nähte, war das August Dress von Happy Together. Eine Anleitung auf englisch, die aber gut zu verstehen ist. Ich habe die kleinste Größe für 2T (= 2 Jahre) ausgewählt. Leider habe ich nirgends Anweisungen gefunden, ob der Schnitt mit oder ohne Nahtzugabe ist, daher habe ich es ohne zugeschnitten. Beim nächsten Mal sollte man unbedingt MIT zuschneiden, es sitzt doch recht knapp und da der Stoff eben nicht dehnbar ist, muss man das Kleidchen recht mühsam über den Kopf anziehen. Da ist meine Tochter immer gar nicht so begeistert davon...

  

Tipps fürs nächste Mal:
  • MIT Nahtzugabe zuschneiden
  • Rockteil mit einer Länge von 21,5 cm (23,5 inklusive Nahtzugabe) gut als Oberteil tragbar, als Kleidchen an die Anleitung mit etwa 37 cm halten (die Angaben sind bei der Anleitung in inches)
  • KamSnaps eignen sich super als Knöpfe! Vorteil: Man muss kein Knopfloch nähen.
  • Paspeln machen sich gut an der Schulternaht
  • An den Seitennähten des Oberteils habe ich - da das Kleidchen etwas schmal war - noch zwei Stoffstreifen eingenäht in schwarz (passend zur Hose). Da könnte man das nächste Mal einen breiten Gummi zwischennähen, um mehr Dehnung zu erhalten. Muss ich ausprobieren, ob das klappt.
  • Auch ausprobieren: Schnitt aus Jerseystoffen nähen
Passend zum Oberteil entstand eine Hose Motti für Windelkinder. Den Schnitt finde ich super. Dieses Mal habe ich Paspeln eingesetzt. Es ist ein schnelles Nähprojekt und die fertige Hose schaut spitze aus, festlich, elegant, sportlich - immer abhängig vom Stoff, den man benutzt:


Tipps fürs nächste Mal:
  • Wenn man die Beinabschlüsse nicht säumt, sondern wie bei dieser Hose mit einem andersfarbigen Umschlag näht, dann nicht zu viel Nahtzugabe nehmen, sonst wird die Hose zu lang! Ich habe bei dieser Hose mehr als 2 cm genommen, das war zu viel (ich denke 0,7 oder 1 cm reicht)
  • Ansonsten nichts zu vermerken, ein wunderbarer Schnitt
Und noch ein Oberteil wurde genäht: Das reversible wrap Top von Birch Fabrics. Die erste Variante ist jedoch viel zu klein. Eigentlich sollte es auch für eine 2-Jährige passen - aber auch hier das Problem: Mit oder ohne Nahtzugabe? Ich gehe schön langsam davon aus, dass es in anderen Ländern üblich ist, prinzipiell NIE anzugeben, ob die Nahtzugabe vorhanden ist und sie NIE in das Schnittmuster zu integrieren. Also merken: Wenn nichts dabei steht, dann lieber mit Nahtzugabe zuschneiden...

So habe ich mir den Schnitt selbst gemacht. Auch das wird auf dem Blog von Birch Fabrics erklärt - wieder auf englisch und gut verständlich. Ich habe ein paar Fotos gemacht:


Zuerst habe ich ein Shirt genommen, das im Moment sogar noch ein bisschen zu groß ist und habe es halbiert abgemalt - dabei jedoch die Ärmel ausgespart:


Auch daran denken, dass das Vorterteil einen tieferen Ausschnitt hat als das Hinterteil.


Dann habe ich das Schnittmuster noch einmal abgezichnet: Für das Rückenteil kann man den Schnitt einfach noch einmal so abzeichnen, wie er ist (dann muss man es später im Bruch zuschneiden) oder - wie man auf dem nächsten Foto sehen kann - man doppelt das Schnittmuster spiegelverkehrt.
Für das Vorderteil wird von der Vorlage der Ausschnitt ausgeschnitten und nun der Schnitt so wie er ist abgepaust. Dann wird die Schnittmustervorlage wieder spiegelverkehrt angelgt und gedoppelt, jedoch nur von unten bis zum Achselausschnitt. Von dieser Linie bis zum Achselauschnitt setzt man eine Parallele von einem cm nach innen und misst auch von dem obersten Punkt an der Achsel einen cm nach unten. Nun ist das Vorderteil um einen cm kleiner als das Rückenteil. Von diesem neuen Achselausschnitt macht man nun eine schöne Biegung bis zum Punkt an der inneren Schulter:


Nun habe ich die Markierungen für die Bindebänder eingezeichnet: 3,5 cm vom Achselausschnitt nach unten messen (beim Vorterteil den ursprünglichen Achselausschnitt zum Messen benutzen oder nur 2,5 cm messen).
Für die Flügelärmel habe ich im rechten Winkel 4 cm x 11,5 cm angezeichnet und die beiden Endpunkte wieder mit einer Biegung versehen. Die Flügelärmel werden im Bruch zugeschnitten.
Alle Schnittteile sind ohne Nahtzugabe - nur am Bünchen habe ich keine Nahtzgabe gamcht, das Shirt ist lange genug auch ohne.

Und so schaut das Resultat aus:


Tipps fürs nächste Mal:
  • Ich habe auf beiden Seiten Bindebänder angebracht und zwar so, dass auf einer Seite (Bild in der Mitte zu sehen) das Bindeband durch ein Knopfloch gefädelt werden muss. Es schaut nett aus, war aber nicht schön zu nähen. Außerdem bin ich mir gar nicht sicher, ob es so angenehm ist, wenn dort immer so ein Knoten ist. Das nächste Mal werde ich einfach vor dem Vernähen des Saumes KamSnaps an den Innenseiten anbringen.
  • WonderTape hilft super bei allen Arbeiten, z.B. beim Anheften der Flügelärmel oder beim Säumen. Ohne WonderTape arbeite ich gar nicht mehr. Der große Vorteil ist nicht nur die Arbeitserleichterung, sondern auch, dass sich das WonderTape beim Waschen auflöst.

Montag, 6. März 2017

DIE Picknickdecke

Ach, was freu ich mich auf den Sommer. Das Wochenende ließ zumindest den Frühling schon mal ein bisschen erahnen bei 16 Grad - heute früh wache ich dann wieder bei Schnee auf. Ich fühle mich wie im April...

Für den Sommer habe ich auf alle Fälle schon vorgesorgt: Es entstand eine Picknickdecke, von der ich wirklich begeistert bin. Die Anleitung ist von Allie and Me und eigentlich eine Stranddecke mit Ösen, in die man Heringe steckt. So kann das gute Stück nicht davongepustet werden. Bei uns geht selten so ein Wind und für den Strand muss man auch eine Weile fahren aber picknicken kann man immer - bei schönem Wetter zumindest.

Entdeckt habe ich die Anleitung über Gagaya, die schon mehrere dieser Decken produziert hat.


Wer so Großprojekte mag, für den ist das sicher ein Klacks. Ich mag sie nicht so besonders, das liegt daran, dass man immer so eine Unmenge an Stoff um die Nähmschine hat. Ansonsten ist die Decke schnell genäht. Es wurde bei der Anleitung darauf geachtet, dass es möglichst wenig Stoffverschnitt gibt, größer (oder kleiner) nähen als die 1,30 x 1,40 m kann man diese Decke natürlich immer.

Was so überhaupt keinen Spaß gemacht hat war das Zusammennähen von Oberteil, Vlies und Unterteil. Das lag an dem Stoff, den ich für das Unterteil verwendet hatte: Das ist Nylon, silikonbeschichtet, superdünn, extremst wasserabweisend - aber halt auch ein extrem rutschiger Stoff. Da konnte ich noch so gut mit den Klammern feststecken, der dumme Stoff war irgendwie nie dort, wo er sein sollte! Wenn die Decke in der Wohnung am Boden liegt, muss man schon aufpassen, dass sie beim Drüberlaufen nicht davon rutscht.

Änderungen/Tipps:
  • Ich habe keine Ösen angebracht, ich bin der Meinung, dass ich die in Kombination mit den Heringen nicht benutzen würde.
  • Zusätzlich habe ich eine Reißverschlusstasche eingearbeitet. Sie liegt über der Tasche, die eigentlich für die Heringe gedacht wäre. So gibt es bei mir zwei Fächer, eine mit Druckknopfband verschlossen (diese Bänder sind sowas von praktisch) und eines mit Reißverschluss. Geldbeutel, Autoschlüssel können so nicht verloren gehen...
  • Mit einem KamSnap habe ich im Gurtband noch die Möglichkeit geschaffen, das Band in einer Art Trageschleife zu verschließen.
  • Beim Zuschnitt des Unterteils mit rutschigem Stoff großzügig zuschneiden, lieber rundherum Stoff überstehen lassen. Da der Stoff ständig abhaut beim Nähen, war bei mir der Unterstoff auf einmal zu kurz (Zauberei?) und so musste ich den Oberstoff noch einmal kürzen... Doof!
  • Material: Das Volumenvlies war von Buttinette, der Oberstoff mit Blumen und der rein blaue ebenfalls, das Nylon vom Unterstoff von Extremtextil, von dort habe ich auch gleich die passenden Nadeln bestellt (Vorsicht: Ich habe die gewendete Decke rundherum noch einmal abgesteppt - Nörgler werden jetzt sagen, da kommt doch dann Wasser rein, ist ja dann durchlöchert, das war mir Wurst, es schaut schöner aus. Und bei diesem Absteppen sind mir zwei der Nadeln für den Nylonstoff gleich mal sauber verbogen, sind ja auch viiiiele Lagen Stoff da ganz außen: 2x Oberstoff, 2x Vlies, 2x Unterstoff...). Also habe ich das Absteppen mit einer 70er Universalnadel fertig gemacht - ging einwandfrei.

Freitag, 29. Mai 2015